06.02.26 –
Der Hauptausschuss und Ausschuss für Finanzen, Wirtschaftsförderung und Digitalisierung (HFWD) hat am 5. Februar 2026 die erneuten Haushaltsberatungen mit einstimmiger Zustimmung zur Haushaltssatzung für das Jahr 2026 abgeschlossen.
„Wir sind froh, dass die Stadt mit dieser Entscheidung nun handlungsfähig ist, sofern die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung ebenfalls zustimmt,“ erklärt die Fraktionsvorsitzende Daniela Fox. „Trotz aller Sparanstrengungen können nun wichtige Projekte auf den Weg gebracht werden. Zum Beispiel die Fachkräftezulage für Kitabeschäftigte. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Für diese Verbesserung haben wir uns seit längerem eingesetzt. Ein weiteres positives Beispiel ist die Sanierung des Kunstrasenplatzes bei Teutonia Köppern, die nun unterstützt werden kann.“
Vor allem einer Gewerbesteuernachzahlung in Höhe von 12,5 Mio. Euro, die im Dezember noch „ins Haus flatterte“ sei es zu verdanken, dass man den Haushalt in diesem Jahr ohne höhere Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger genehmigungsfähig darstellen könne. Von dieser Summe verbleiben jedoch nur ca. 20 Prozent in Friedrichsdorf. Der Rest geht in den kommenden zwei Jahren an Kreis und Land, was Friedrichsdorf vor neue Herausforderungen stellt.
Im Finanzplanungszeitraum 2026–2029 wurden durch die Beratungen zudem weitere Einsparungen in Höhe von 2,4 Mio. € realisiert. Trotz dieser Kürzungen wird die ordentliche Rücklage bis 2029 voraussichtlich mit einem knappen Defizit von rund 800 Tsd. € schließen. Die Beratungen verliefen konstruktiv und zielorientiert, wobei vor allem die Verwaltung maßgebliche Konsolidierungsvorschläge einbrachte. Hier sind insbesondere Einsparungen im Personalbereich sowie bei Instandhaltungspositionen zu nennen.
Friedrichsdorf hat, wie fast alle anderen Kommunen, mit wachsenden Pflichtaufgaben zu kämpfen, deren Kosten kontinuierlich steigen. Ohne eine strukturelle Neuausrichtung der Finanzierungszusagen von Bund und Ländern droht es die Kommunalfinanzierung weiter zu schwächen. Rüdiger Saalmüller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, stellt fest: „Die Verantwortung liegt hier auch bei Bund und Ländern, die notwendige Gegenfinanzierung zu leisten. Ohne strukturelle Reformen bleibt die Kommune im Regen stehen, und pauschale Sparmaßnahmen verschärfen die Probleme nur.“
Die Gewerbesteuereinnahmen, die wie oben erwähnt, die Haushaltssituation maßgeblich verbessern, kommen nicht von ungefähr. Zu Beginn der Sitzung begrüßte der Ausschuss den Präsidenten der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulrich Casper und Hans-Dieter Homberg vom Forum Mittelstand zu einer Diskussion über die Anforderungen für den Wirtschaftsstandort Friedrichsdorf. Vor allem die Industriestraße war dabei im Fokus. Beide Fachleute bescheinigten der Stadt, mit ihrer Ausrichtung auf die bestehenden Industriegebiete auf dem richtigen Weg zu sein und eine aktive Wirtschaftsförderung zu betreiben. Ein Beleg für Letzteres ist, dass es nun gelang, für den Ortsteil Burgholzhausen eine Bäckerei mit Cafébetrieb zu gewinnen.